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Die kgl. bayer. Postexpedition mit Poststall in Grafenwöhr
war in unseren Raum der vierte Stützpunkt, in denen Brief- und Paketsendungen
aufgegeben und abgeholt werden konnten.
Bereits 1615 wurde in Amberg eine Taxissche Posthalterei für „Reitende
Posten“ errichtet, denn in diesem Jahr wurde ein Postkurs von Nürnberg
über Hersbruck, Sulzbach, Amberg, Schwarzenfeld nach Rötz errichtet,
wo dieser Anschluß an den bereits seit 1527 bestehenden Postkurs über
Waldmünchen nach Prag fand (dies war der zweite Postkurs in der 510
jährigen Geschichte der europäischen Post überhaupt, denn 1490 begann
die Kaiserliche Reichspost mit einen Reitpostkurs von Wien über Innsbruck,
Augsburg, Speyer nach Brüssel, der von der Familie Taxis (ab 1647 durfte
sich die Familie „Thurn und Taxis“ nennen) betrieben wurde.
1671 folgte ein Reitpostkurs von München über Regensburg, Schwandorf,
Weiden, Mitterteich nach Eger. Ab 1707 folgte eine „Fahrende Post“.
In Weiden wurde daher eine Thurn- und Taxissche Posthalterei errichtet.
1747 folgte eine Thurn- und Taxissche Posthalterei für „Reitende - und
Fahrende Post“ in Kirchenthumbach, denn es wurde ein Postkurs von Regensburg
über Amberg, Hahnbach, Kirchenthumbach, Creußen, Bayreuth, Münchberg
nach Hof eingerichtet.Als Kaiserlicher Posthalter wurde Franz Kleindienst
verpflichtet. Nach dessen Tod heiratete die Witwe Georg Nitsche, der
am 12. Februar 1767 vom Fürsten Alexander von Thurn und Taxis verpflichtet
wurde. Zum 1. Juli 1808 übernahm das Königreich Bayern die Post in eigener
Regie und dies bedeutete das Ende der Thurn und Taxissche Post in Bayern.
Damit wurden die Thurn und Taxisschen Posthaltereien in Weiden und Kirchenthumbach
als königlich bayerische Postexpeditionen übernommen.

Lange Zeit, bis zur Eröffnung einer kgl. bay. Postexpedition in Kemnath
und Grafenwöhr am 16. 10. 1830, waren Kirchenthumbach und Weiden die
Postorte für die umliegenden Orte, hier die Post aufzugeben und abzuholen.
In Weiden waren dies z.B. die Orte Freihung, Gmünd, Hütten, Kaltenbrunn,
Mantel, Steinfels; In Kirchenthumbach z.B. Auerbach, Eschenbach, Frankenohe,
Grafenwöhr, Haag, Hopfenohe, Kemnath, Leuzenhof, Pappenberg, Pressath,
Speinshart. Das überbringen und abholen der Brief- und Paketsendungen
erfolgte meistens durch Marktleute, teils auch durch Amtsboten. Das
Kloster Speinshart hatte eigene Boten. Ebenfalls die Städte Auerbach
und Kemnath.
Ausschlaggebend für die Eröffnung einer Postexpedition in Grafenwöhr
war ein neuer Postkurs, der von Amberg nach Wunsiedel über Freihung,
Grafenwöhr und Kemnath führte. Auf Dienstvertrag wurde die Brief- und
Fahrpostexpedition dem Tafernwirt Florian Göppl verliehen. Das Postlokal
befand sich im Gasthof des Postexpeditor (Gasthof zur Post - siehe Ausschnitt
einer Ansichtskarte rechts).

Abbildung eines Postscheines der Briefpost vom 2. Juni 1847
mit Unterschrift des Postexpeditor Florian Göppl.
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Laut Reg. Blatt f.d. Königr. Bayern Nr. 28 vom 17.5.1844
Seite 541 wurde der Posthalter und Tafernwirt Florian Göppl in den Landrat
(jetzt vergleichbar mit Bezirksrat) der Oberpfalz und Regensburg gewählt.
Vom 16.10.1830 bis 30.6.1834 war Grafenwöhr dem Ober Post-Amt Regensburg
unterstellt. Bei Neueinteilung ab 1.7.1834 kam Grafenwöhr zum OPA Nürnberg.
Nun die Geburtsurkunde (im Originaltext): Königl. Bayer. Intelligenzblatt
für den Regenkreis vom 29.9.1830
933, pr. den 24. Sept. 1830, Ad. Num. 19948 Num. Exp. 20702
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